Vertrieb in schwierigen Zeiten

15.06.2020

Ein Erfahrungsbericht von Alfred Stelzer, Senior Sales Manager & Key Account Manager, BECK

Alfred Stelzer, Senior Sales Manager & Key Account Manager, BECK

Damit hatte wohl niemand gerechnet. Von einem Tag auf den anderen hört die Welt auf, sich zu drehen. Zumindest die Welt, die wir Arbeitswelt nennen, und wo uns die Abläufe doch so vertraut sind...

Plötzlich ist vieles unmöglich geworden, was für uns Vertriebler doch so selbstverständlich ist: Treffen zu vereinbaren, Kunden zu besuchen, Hände zu schütteln, auf die Schulter zu klopfen, zu lächeln und von Angesicht zu Angesicht zu fragen: „Na, wie geht es Dir?“

An diese Stelle tritt nun Quarantäne, Kontaktverbot und eine massive Portion Ungewissheit, wie es denn jetzt weitergeht. Es muss ja weitergehen und wir können ja nicht nur still zuhause sitzen und Däumchen drehen.

Ein sehr großer Teil unseres Arbeitslebens ist von der physischen Ebene auf die virtuelle Ebene transferiert worden (auch schon in der Vergangenheit) und das ist ein wesentlicher Teil des Rettungspaketes, das ausnahmsweise nicht von der Politik kam.

Corona lässt grüßen ...
virtuelle Abenteurer unterwegs

Die Fitness im Umgang mit virtuellen Medien – Skype, Teams, Zoom, GotoMeeting oder wie immer sie auch heißen – war das Gebot der Stunde. Die räumliche und vor allem die persönliche Distanz, zu der uns COVID-19 gezwungen hat, diese Distanz konnten und mussten wir auf virtuellem Wege konterkarieren. Übung macht bekanntlich den Meister – und so stürzten wir uns in ein neues Abenteuer, aktualisierten unsere Gerätschaften (vor allem Mikrofon und Kamera) und schon war es wieder vorbei mit Ruhe und Bescheidenheit.

Kein Kunde war mehr vor uns sicher, und wenn der Draht zum Kunden durch keines der erwähnten virtuellen Medien möglich war, gab es schließlich immer noch das Telefon. Und WhatsApp, das mehr und mehr auch im beruflichen Umfeld genutzt wird. Und da kann es dann schon auch mal vorkommen, dass ein Videoanruf mit den Worten beginnt „Ah, was ich da sehe, gefällt mir überhaupt nicht“ – und gemeint ist damit ein männliches Gesicht, das durch die wochenlange Absenz einer Rasur „verunstaltet“ wurde. Was also Corona sonst noch alles mit einem Menschen anstellen kann…

Heute sind wir auf dem Weg zurück zu einer neuen Normalität. Aber eines wird bleiben, nämlich die verstärkte Nutzung der virtuellen Medien im Kundenkontakt. Wir Vertriebler haben uns gewissermaßen zu wahren „virtuellen Junkies“ entwickelt und es gehört schon fast zu dieser neuen Normalität, dass wir, anstatt zum Telefon zu greifen, den Kunden gleich mal „anskypen“. Und somit lebt indirekt die Hoffnung, dass wir durch die Reduzierung unserer Reisetätigkeit auch unserem Planeten etwas Gutes tun – bis der Druck einfach zu groß wird und wir den Kunden schlussendlich doch persönlich sehen dürfen, ihm die Hände schütteln, auf die Schulter klopfen, ihn anlächeln und ihn fragen: „Na, wie geht es Dir?“